Jarreschatz
Gemeinsam entdecken

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Die Jarrestadt in Hamburg-Winterhude gilt als herausragendes städtebauliches Projekt der 1920er-Jahre. Auch deshalb ist sie in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen worden. In den kommenden Jahren entwickeln Fachplaner*innen, Behörden und Wohnungsunternehmen gemeinsam Konzepte, um die Aufenthaltsqualität in der Jarrestadt zu steigern und die Gebäudesubstanz behutsam zu stärken und zu sanieren. Der besondere bauliche Charakter des Viertels soll dabei bewahrt werden.

In einer Reihe von Mitmach-Formaten und Werkstätten können sich Anwohnende und die Fachöffentlichkeit informieren und einbringen – und ihren JARRESCHATZ suchen!

 Was gibt es Neues in der Jarrestadt?

ADVENTSTÜRCHEN IM JARRESCHATZ INFOTREFF

Am 15.12.2022 öffnen wir unser Adventstürchen für Sie: Wir freuen uns ein letztes Mal dieses Jahr auf Austausch mit Ihnen bei Glühwein und Gebäck. Als besonders schönes Geschenk gibt es den druckfrischen Jarrestadt-Jahreskalender zum Abholen. Sie sind herzlich eingeladen, zwischen 16 und 18 Uhr vorbeizukommen. Wir wünschen allen schöne Feiertage und einen guten und gesunden Start in 2023.

Adventstürchen im Jarreschatz Infotreff
15. Dezember 2022 von 16 bis 18 Uhr
Jarreschatz Infotreff I Hanssensweg 14

OFFENE SPRECHSTUNDE IM JARRESCHATZ INFOTREFF

Sie finden uns ab jetzt jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr im neuen Infotreff im Hanssensweg 14. Sollten Sie ein spezielles Anliegen oder Fragen zur Bauberatung haben, melden Sie sich vorab zur Vereinbarung eines Termins, damit wir alle Ihre Fragen kompetent beantworten können. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 Mitmach-Aktion: Zeig uns deinen Jarreschatz!

Lasst uns gemeinsam den Jarreschatz entdecken – wir wollen euren ganz persönlichen Blick auf die Jarrestadt sehen. Lade ein Foto hoch und zeig uns, was du an deinem Viertel besonders schätzt!

Hier geht es zur Foto-Mitmachaktion

Das Gebiet

Das Quartier

»Licht, Luft und Sonne«

Die Jarrestadt ist städtebaulich und architektonisch die bedeutendste norddeutsche Wohnsiedlung im Stil der Neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre und steht nahezu komplett unter Denkmalschutz.

Unter der Leitung des berühmten Oberbaudirektors Fritz Schumacher wurde sie von zehn namhaften Hamburger Architekten zwischen 1926 und 1930 entwickelt und erbaut. Unter dem Credo „Licht, Luft und Sonne” sollten gesunde Wohnverhältnisse bei gleichzeitiger baulicher Dichte geschaffen werden.

Die großen Baublöcke und Zeilenbauten zeichneten sich durch neuartige Gebäudetypen und Grundrisse, innovative Bautechniken und -materialien sowie moderne Wohnungsausstattungen aus. Die Verwendung des typisch hanseatischen Backsteins schlug dabei die Brücke zu Tradition und Heimat. Er trägt dazu bei, dass die Jarrestadt bis heute als außerordentliche Wohnsiedlung gilt, Betrachtende in ihren Bann zieht und bei ihren knapp 10.000 Bewohnenden sehr beliebt ist.

Nicht zuletzt die vom Gartenbaudirektor Otto Linne geplanten großzügigen Grün- und Freiräume machten die Jarrestadt zu einer modernen und gleichzeitig funktionalen Wohnsiedlung mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein wesentliches Element: der als Gartendenkmal geschützte Grünzug, der von Nord nach Süd durch das Quartier verläuft und den Goldbek- mit dem Osterbekkanal verbindet.

Das Erscheinungsbild der Jarrestadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sowie energetische Sanierungen der Häuser seit den 1990er-Jahren wurden viele Gebäude baulich verändert. Auch der Grünzug hat an Ausstattung und Aufenthaltsqualität eingebüßt. In den kommenden Jahren sollen mithilfe der Nationalen Projekte des Städtebaus die Qualitäten der Jarrestadt wieder herausgearbeitet werden.

Das Projekt

Gefördert durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus soll die Jarrestadt in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild langfristig erhalten und der zentrale Grünzug im Quartier saniert werden.

Mit den Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) startet nun ein auf insgesamt vier Jahre angelegter Prozess, der in zwei Phasen aufgeteilt ist:

1. die Erarbeitung von Konzepten und Lösungsstrategien,
2. deren bauliche Umsetzung sowie Sanierung des Grünzugs als Pilotprojekt.

Als Basis für die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen erarbeiten Fachplaner*innen gemeinsam mit Behörden und Wohnungsunternehmen in den kommenden zwei Jahren zunächst Handlungskonzepte, die beim ursprünglichen Erscheinungsbild der Jarrestadt und dessen Erhalt bzw. Wiederherstellung ansetzen. Ziel ist die Entwicklung innovativer Lösungen, um

  • die Aufenthalts- und Gestaltungsqualität in der Jarrestadt zu verbessern,
  • die hochwertige und identitätsstiftende Gestaltung der Baublöcke zu bewahren bzw. wiederherzustellen,
  • innovative Verfahren zur Gebäudesanierung nach denkmalpflegerischen Vorgaben zu erproben
  • und den zentralen Grünzug denkmalgerecht und gleichzeitig qualitätvoll zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse des Projekts werden öffentlich bereitgestellt. Sie dienen künftig national und international als Orientierungshilfe für den Umgang mit stadtbildprägender Klinkerarchitektur.

In einem Dialogprozess werden die baukulturellen Qualitäten der Jarrestadt thematisiert, um in der Bewohnerschaft und bei den Wohnungsunternehmen das Bewusstsein für die Bedeutung der Wohnsiedlung Jarrestadt zu stärken. Mit der Fachöffentlichkeit steht der Austausch zum Umgang mit Backstein bei der Gebäudesanierung sowie den Freiraumstrukturen im Fokus.

Der Dialog

Gebäudeeigentümer*innen, Bewohnende, Nutzende und das Fachpublikum werden in verschiedenen Veranstaltungsformaten in den Prozess einbezogen – um die baukulturellen Qualitäten sowie aktuelle Handlungserfordernisse kennenzulernen und an Lösungen mitzuwirken.

Im JARRESCHATZ-INFOTREFF im Hanssensweg 14 werden in einer wachsenden Ausstellung Bilder, Pläne, Baumaterial, Zukunftsideen und Projektinformationen ausgestellt. In einer offenen Sprechstunde sind wir vom Jarreschatz-Team jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr [oder nach Absprache] für Sie vor Ort.

Eine öffentliche Infoveranstaltung am 28.08.2021 bildete den Auftakt. 2022 geben unsere Experten Dr. Joachim Schnitter und iTUBs bei zwei Infowerkstätten Einblicke in ihre Arbeit und erste Erkenntnisse der Grünraum- und der Hochbaustudie. Den Anfang machte der Gartenhistoriker und Freiraumplaner Dr. Joachim Schnitter am 07. Juli 2022. Die Infowerkstatt Hochbau fand am 26.09.2022 im Infotreff statt. Die Doku finden Sie hier.

An das Fachpublikum und interessierte Bewohnende richtet sich die Veranstaltungsreihe Baukultur-Dialoge mit Vorträgen, Rundgängen und Diskussionen sowie einem abschließendem Symposium. Nach fünf spannenden Veranstaltungen zu verschiedensten Aspekten und Fragen der zeitgemäßen Sanierung denkmalgeschützter Quartiere gehen wir nun in die Erstellung des Zwischenberichtes.

Dieser wird auf einem öffentlichen Fachforum Jarrestadt im Frühjahr 2023 vorgestellt. Über konkrete Termine informieren wir hier sowie über unseren Newsletter.

Die Veranstaltungen im Überblick

Baukultur-Dialog #5

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Infowerkstatt Hochbau

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Baukultur-Dialog #4

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Infowerkstatt Freiraum

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Eröffnung Jarreschatz-Infotreff

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Baukulturdialog #3

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Baukulturdialog #2 on tour

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Baukulturdialog #1

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Auftakt Infomarkt

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FAQ

Wann geht der Prozess los und wie lange dauert er?

Die Jarrestadt wurde 2020 in das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus aufgenommen. Die Förderperiode geht bis Ende 2024 und ist in zwei Phasen aufgeteilt: Die Entwicklung eines Handlungskonzepts zur Erhaltung und Entwicklung der Jarrestadt (Phase 1) sowie die Sanierung des Grünzugs als erste bauliche Maßnahme (Phase 2).

Wie kann ich mich beteiligen?

Seit August 2021 gibt es verschiedene Informations- und Austausch-Formate zum Projekt sowie zu den Besonderheiten und der historischen Bedeutung der Jarrestadt. Dazu gehören u. a. öffentliche Infowerkstätten und eine Reihe an Fachveranstaltungen, die Baukultur-Dialoge. Informationen zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter Dialog oder über unseren Newsletter.

Anlaufstelle im Quartier ist der JARRESCHATZ-Infotreff im Hanssensweg 14, in dem sich Anwohnende und Interessierte über den aktuellen Stand sowie die Hintergründe des Projekts informieren können.  In einer offenen Sprechstunde sind wir vom Jarreschatz-Team jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr [oder nach Absprache] für Sie vor Ort. Wenn Sie einen individuellen Termin vereinbaren möchten, melden Sie sich gern unter jarreschatz@superurban.de.

Eine öffentliche Beteiligung ist für die Sanierung des Grünzugs im weiteren Verlauf des Projekts geplant. Für die Fachöffentlichkeit sind Baukultur-Dialoge vorgesehen, deren Ergebnisse in die Handlungsstrategie einfließen werden. Die zweite Infowerkstatt findet im Herbst statt und wird hier auf der Seite veröffentlicht.

Was ist ein Nationales Projekt des Städtebaus?

Mit dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ werden seit 2014 herausragende und beispielgebende städtebauliche Projekte mit besonderer nationaler und internationaler Wirkung durch den Bund ausgezeichnet und gefördert. Bei den Projekten handelt es sich um baulich anspruchsvolle und auch experimentelle Vorhaben. Das Investitionsprogramm unterstützt Städte und Gemeinden darin, lebenswerte Orte für alle Bevölkerungsgruppen zu erhalten und zu schaffen.

Fördermittelgeberin ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Der Eigenanteil der Kommunen beträgt regelhaft ein Drittel der Fördersumme. Für das Projekt MEIN JARRESCHATZ erfolgt die Kofinanzierung durch die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, die Behörde für Kultur und Medien sowie das Bezirksamt Hamburg-Nord. In der Jarrestadt sollen mit Hilfe des Bundesprogramms die herausragenden Qualitäten des Quartiers bewahrt bzw. wieder sichtbar gemacht werden.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Das Projekt MEIN JARRESCHATZ wird federführend vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamts Hamburg-Nord bearbeitet. Offizielle Kooperationspartnerinnen sind die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), das Denkmalschutzamt (Behörde für Kultur und Medien, BKM) der Freien und Hansestadt Hamburg sowie das Fachamt Management des öffentlichen Raums des Bezirksamtes Hamburg-Nord.

Für die Durchführung wurden drei externe Büros beauftragt: Das Hamburger Büro SUPERURBAN ist für den Wertevermittlungsprozess, die Gesamtkoordination sowie Beteiligungsformate zuständig. Mit der Erstellung der Erhaltungs- und Entwicklungsstrategie für den Gebäudebestand ist das Büro iTUBS (Innovationsgesellschaft Technische Universität Braunschweig mbH) beauftragt. Der Gartenhistoriker und Landschaftsplaner Dr. Joachim Schnitter erarbeitet das Gutachten zu den Frei- und Grünräumen in der Jarrestadt. Besonders wichtig ist darüber hinaus die Kooperation mit den Wohnungseigentümer*innen sowie mit regionalen Vereinen und mit Institutionen. In regelmäßigen Fokusgruppen findet ein Austausch mit den Gebäudeeigentümer*innen der Jarrestadt statt. Weitere Kontakte bestehen zum Jarrestadt-Archiv, zur Karl-Schneider-Gesellschaft, zur Fritz-Schumacher-Gesellschaft sowie zur Hamburger Stiftung für Baukultur.

Wie wirkt sich das Projekt auf das Quartier aus?

In der ersten Projektphase werden im Quartier Studien zum Gebäudebestand sowie den Grün- und Freiräumen durchgeführt. Überdies sammeln wir in verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen sowie im Infotreff Anregungen und Hinweise aus der Bewohnerschaft.

In der zweiten Projektphase soll der zentrale Grünzug in der Jarrestadt ertüchtigt werden. Dies bedeutet, dass die Freiflächen in Anlehnung an ihre Historie qualitätvoll gestaltet und an heutige Nutzungsinteressen angepasst werden. Wenn es soweit ist, sind Anwohner*innen und Interessierte herzlich eingeladen, sich in die Planungen einzubringen. Parallel liegt ein besonderes Augenmerk auf der denkmalgerechten und nachhaltigen Sanierung der Gebäudebestände. Im Projektverlauf werden innovative Sanierungstechniken erprobt, um das Erscheinungsbild der Gebäude und ihre Substanz zu sichern. Die Maßnahmen erfolgen im Einklang mit dem Denkmalschutz sowie der Städtebaulichen und Sozialen Erhaltungsverordnung, mit denen das Quartier in seiner bestehenden städtebaulichen Eigenart sowie in der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützt wird.

Wie bleibe ich auf dem Laufenden?

Auf dieser Website wird über alle Angebote im Laufe des Prozesses informiert. Ergänzend gibt es bei Bedarf Hauswurfsendungen, Plakate o. Ä. im Quartier. Alle wichtigen Infos und Termine werden auch über den Newsletter verschickt. Die Anmeldung finden Sie oben rechts auf der Seite.

Wie und wo kann ich mich konkret zu Sanierungsfragen und Fördermöglichkeiten informieren?

Gerne unterstützen wir Sie in der Planung von Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und beraten Sie vor Ort im Infotreff oder telefonisch. Melden Sie sich dafür bitte per Mail unter daniela.schmitt@hamburg-nord.hamburg.de und vereinbaren einen Termin.