Jarreschatz
Gemeinsam entdecken

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Die Jarrestadt in Hamburg-Winterhude gilt als herausragendes städtebauliches Projekt der 1920er-Jahre. Auch deshalb ist sie in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen worden. In den kommenden Jahren entwickeln Fachplaner*innen, Behörden und Wohnungsunternehmen gemeinsam Konzepte, um die Aufenthaltsqualität in der Jarrestadt zu steigern und die Gebäudesubstanz behutsam zu stärken und zu sanieren. Der besondere bauliche Charakter des Viertels soll dabei bewahrt werden.

In einer Reihe von Mitmach-Formaten und Werkstätten können sich Anwohnende und die Fachöffentlichkeit informieren und einbringen – und ihren JARRESCHATZ suchen!

 Mitmach-Aktion: Zeig uns deinen Jarreschatz!

Lasst uns gemeinsam den Jarreschatz entdecken – wir wollen euren ganz persönlichen Blick auf die Jarrestadt sehen. Lade ein Foto hoch und zeig uns, was du an deinem Viertel besonders schätzt!

Hier geht es zur Foto-Mitmachaktion

Das Gebiet

Das Quartier

»Licht, Luft und Sonne«

Die Jarrestadt ist städtebaulich und architektonisch die bedeutendste norddeutsche Wohnsiedlung im Stil der Neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre und steht nahezu komplett unter Denkmalschutz.

Unter der Leitung des berühmten Oberbaudirektors Fritz Schumacher wurde sie von zehn namhaften Hamburger Architekten zwischen 1926 und 1930 entwickelt und erbaut. Unter dem Credo „Licht, Luft und Sonne” sollten gesunde Wohnverhältnisse bei gleichzeitiger baulicher Dichte geschaffen werden.

Die großen Baublöcke und Zeilenbauten zeichneten sich durch neuartige Gebäudetypen und Grundrisse, innovative Bautechniken und -materialien sowie moderne Wohnungsausstattungen aus. Die Verwendung des typisch hanseatischen Backsteins schlug dabei die Brücke zu Tradition und Heimat. Er trägt dazu bei, dass die Jarrestadt bis heute als außerordentliche Wohnsiedlung gilt, Betrachtende in ihren Bann zieht und bei ihren knapp 10.000 Bewohnenden sehr beliebt ist.

Nicht zuletzt die vom Gartenbaudirektor Otto Linne geplanten großzügigen Grün- und Freiräume machten die Jarrestadt zu einer modernen und gleichzeitig funktionalen Wohnsiedlung mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein wesentliches Element: der als Gartendenkmal geschützte Grünzug, der von Nord nach Süd durch das Quartier verläuft und den Goldbek- mit dem Osterbekkanal verbindet.

Das Erscheinungsbild der Jarrestadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sowie energetische Sanierungen der Häuser seit den 1990er-Jahren wurden viele Gebäude baulich verändert. Auch der Grünzug hat an Ausstattung und Aufenthaltsqualität eingebüßt. In den kommenden Jahren sollen mithilfe der Nationalen Projekte des Städtebaus die Qualitäten der Jarrestadt wieder herausgearbeitet werden.

Das Projekt

Gefördert durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus soll die Jarrestadt in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild langfristig erhalten und der zentrale Grünzug im Quartier saniert werden.

Mit den Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) startet nun ein auf insgesamt vier Jahre angelegter Prozess, der in zwei Phasen aufgeteilt ist:

1. die Erarbeitung von Konzepten und Lösungsstrategien,
2. deren bauliche Umsetzung sowie Sanierung des Grünzugs als Pilotprojekt.

Als Basis für die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen erarbeiten Fachplaner*innen gemeinsam mit Behörden und Wohnungsunternehmen in den kommenden zwei Jahren zunächst Handlungskonzepte, die beim ursprünglichen Erscheinungsbild der Jarrestadt und dessen Erhalt bzw. Wiederherstellung ansetzen. Ziel ist die Entwicklung innovativer Lösungen, um

  • die Aufenthalts- und Gestaltungsqualität in der Jarrestadt zu verbessern,
  • die hochwertige und identitätsstiftende Gestaltung der Baublöcke zu bewahren bzw. wiederherzustellen,
  • innovative Verfahren zur Gebäudesanierung nach denkmalpflegerischen Vorgaben zu erproben
  • und den zentralen Grünzug denkmalgerecht und gleichzeitig qualitätvoll zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse des Projekts werden öffentlich bereitgestellt. Sie dienen künftig national und international als Orientierungshilfe für den Umgang mit stadtbildprägender Klinkerarchitektur.

In einem Dialogprozess werden die baukulturellen Qualitäten der Jarrestadt thematisiert, um in der Bewohnerschaft und bei den Wohnungsunternehmen das Bewusstsein für die Bedeutung der Wohnsiedlung Jarrestadt zu stärken. Mit der Fachöffentlichkeit steht der Austausch zum Umgang mit Backstein bei der Gebäudesanierung sowie den Freiraumstrukturen im Fokus.

Der Dialog

Gebäudeeigentümer*innen, Bewohnende, Nutzende und das Fachpublikum werden in verschiedenen Veranstaltungsformaten in den Prozess einbezogen – um die baukulturellen Qualitäten sowie aktuelle Handlungserfordernisse kennenzulernen und an Lösungen mitzuwirken.

Eine öffentliche Infoveranstaltung im Spätsommer 2021 bildet den Auftakt. Anschließend wird es eine Mitmach-Foto-Aktion geben. Geplant ist zudem ein Infoladen im Quartier, der Raum für Information, Ausstellungen und weitere Formate bietet. Im Rahmen von Werkstätten können sich Anwohnende und Interessierte im Laufe des Projekts über den Stand informieren und Anliegen einbringen.

An das Fachpublikum und interessierte Bewohnende richten sich mehrere baukulturelle Labore mit Vorträgen, Rundgängen und Diskussionen sowie ein Symposium.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Formaten gibt es bald hier!

FAQ

Wann geht der Prozess los und wie lange dauert er?

Die Jarrestadt wurde 2020 in das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus aufgenommen. Die Förderperiode geht bis Ende 2024 und ist in zwei Phasen aufgeteilt: Die Entwicklung eines Handlungskonzepts zur Erhaltung und Entwicklung der Jarrestadt (Phase 1) sowie die Sanierung des Grünzugs als erste bauliche Maßnahme (Phase 2).

Wie kann ich mich beteiligen?

Vorgesehen sind verschiedene Austausch-Formate zum zu den Besonderheiten, den Qualitäten und der historischen Bedeutung der Jarrestadt. Weiterhin ist ein Real-Labor als Anlaufstelle im Quartier geplant, in dem sich Anwohnende und Interessierte über den aktuellen Stand sowie die Hintergründe des Projekts informieren können. Hier werden auch zwei Info-Werkstätten stattfinden. Eine öffentliche Beteiligung ist für die Sanierung des Grünzugs im weiteren Verlauf des Projekts geplant. Für die Fachöffentlichkeit sind weitere Austauschformate vorgesehen, deren Ergebnisse in die Handlungsstrategie einfließen werden.

Wie bleibe ich auf dem Laufenden?

Auf dieser Website wird über alle Angebote im Laufe des Prozesses informiert. Ergänzend gibt es bei Bedarf Hauswurfsendungen, Plakate o. Ä. im Quartier.