Schützen, bauen, bleiben können: Nachbarschaften in der Jarrestadt und anderen Wohnsiedlungen
Am 23.04.2026 fand der neunte Baukultur-Dialog unter dem Titel „Schützen, bauen, bleiben können: Nachbarschaften in der Jarrestadt und anderen Wohnsiedlungen“ in der Epiphanienkirche in der Jarrestadt statt. Im Fokus der Veranstaltung standen die Themen soziale Durchmischung, Identität und Wohnen in denkmalgeschützten Quartieren der 1920er-Jahre. Dabei wurde die Soziale Erhaltungsverordnung als ein Instrument der Stadtplanung vorgestellt, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern und gewachsene Bevölkerungsstrukturen zu bewahren. Mit einem Blick über die Jarrestadt hinaus wurde anhand einer Ernst May-Siedlung der 1920er-Jahre im Frankfurter Raum ein Vergleich zur Entwicklung von Nachbarschaft und Identität gezogen. In diesem Zusammenhang ging es um die zentrale Frage: Wie entstehen Nachbarschaften und Identitäten in homogenen Siedlungsstrukturen und welche Auswirkungen haben diese auf ihre Bewohnerschaft?
Nach einer offiziellen Begrüßung durch Herrn Dr. Sascha Anders (Abteilungsleiter Stadterneuerung und Integrierte Stadtteilentwicklung, Bezirksamt Hamburg-Nord) führte Frau Daniela Schmitt (Projektleiterin Jarrestadt, Bezirksamt Hamburg-Nord) in das Projekt MEIN JARRESCHATZ ein und informierte über den aktuellen Stand im Projekt sowie die laufende Baumaßnahme im zentralen Grünzug. Anschließend stellte Frau Dr. Natalie Heger (Architektin, Forschungslabor Nachkriegsmoderne) das Programm des „Neuen Frankfurt“ vor und erläuterte am Beispiel der Römerstadt, wie Nachbarschaften räumlich gedacht und umgesetzt wurden. In einem Schlaglicht aus der Gegenwart gab Frau Dr. Heger einen Einblick in die heutige Nachbarschaftsstruktur und Identifikation der Bewohnerschaft mit der Siedlung. Im zweiten Impulsvortrag stellte Herr Tim Kuisat (Stadt- und Landschaftsplanung, Bezirksamt Hamburg-Nord) die Soziale Erhaltungsverordnung als ein aktuelles Instrument zum Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung vor. Am Beispiel der Jarrestadt und der angrenzenden Gebiete Barmbek-Nord und Barmbek-Süd veranschaulichte Herr Kuisat dessen Wirkung in der Praxis und gab einen Einblick, wer heute in den Quartieren wohnt. Hier können Sie auf die Präsentation zur Sozialen Erhaltungsverordnung in Hamburg zugreifen.
Die anschließende Podiumsdiskussion unter der Leitung von Herrn Dr. Sascha Anders griff zentrale Fragen auf: Welchen Einfluss nehmen Eigentumsstrukturen, Wohnungsgrößen, Wohnungsgrundrisse, Freiräume und Treffpunkte im Quartier auf die Bewohnerschaft und ihre Zusammensetzung? Und wie entwickelt sich daraus Identität im städtischen Raum? Wie können und wollen wir solche Quartiere schützen? Bei Getränken und Snacks fand im Anschluss ein reger, weiterführender Austausch statt. An dem Baukultur Dialog nahmen insgesamt rund 20 Personen teil.
Fotos: BIG Städtebau GmbH



